Die Konsumlücke des PLAN B

Gepostet von am Nov 15, 2012 in Aktuelles, Allgemein | 10 Kommentare

Kommentar zum PLAN B von Dr. Rudolf Mondelaers
 
Konsumschlund. Foto: TraumTeufel666

Konsumschlund. Foto: TraumTeufel666

Die LINKE bekennt sich in ihrem Parteiprogramm wie auch in zahlreichen Erklärungen und Projekten ihrer politischen Praxis uneingeschränkt zum sozial-ökologischen Umbau. Mit dem PLAN B geht sie einen Schritt weiter: Sie entwirft, theoretisch begründet, konkrete Elemente dieses Umbaus. Bereits die Diskussion auf der PLAN-B-Konferenz Ende Oktober 2012 zeigte jedoch, dass, um zu einem vollwertigen handlungsorientierten Plan zu kommen, noch einige wichtige Problemfelder fehlen beziehungsweise noch zu kurz gedacht wurden. Insbesondere geht es dabei um die politische Handhabung der widersprüchlichen Lebensweltinteressen in der Bevölkerung.

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Frage der Woche, 8. Oktober 2012

Gepostet von am Okt 8, 2012 in Aktuelles, Frage der Woche | 12 Kommentare

Benötigen wir eine umfassende Nachhaltigkeitskennzeichnung oder besser einzelne Siegel (z.B. Bio-Siegel, Regionalkennzeichnung, Gentechnikfrei-Kennzeichnung)?

Fazit: In der Debatte gab es kaum zwei Äußerungen, die die gleiche Meinung vertraten, Konsens bestand nur darin, dass wenn Siegel genutzt werden sollen, diese vom Staat definiert, kontrolliert und damit garantiert werden müssten und nicht von der Industrie.

Zusammenfassung: Die meisten Beiträge befürworteten die Verwendung von Siegeln unter der Maßgabe, dass diese von unabhängigen Stellen geschaffen und diese auch die Einhaltung der Kriterien überprüft. Einige wenige sind der Meinung, dass Siegel nicht unterstützenswert sind, weil entweder die Macht der KonsumentInnen bezweifelt wird oder weil neutrale Broschüren und Internetportale bevorzugt werden, da diese differenzierter informieren könnten. Eine dritte Position bevorzugt den direkten Kontakt zu den Produzierenden ohne Siegel abzulehnen.

Auch bei der Frage, ob die Verwendung eines oder mehrerer Siegel ersterbenswert sei, gehen die Meinungen auseinander. Befürworter der „Ein-Siegel-Politik“ beziehen sich auf die Übersichtlichkeit und/oder die Idee einer binären Logik von guten/schlechten Produkten. Befürworter mehrerer Siegel bezweifeln die Möglichkeit alle u. U. wichtigen Indikatoren in einem Index zu vereinigen, da diese sich möglicherweise widersprächen und weisen auf die soziale Dimension hin, die da wäre: Weniger kaufkräftigerer KonsumentInnen wären unter Umständen nicht in der Lage das mit dem Siegel „In-allen-Aspekten-Unterstützenswert“ versehene Produkt zu bezahlen und müssten deshalb durch die Verwendung mehrer Siegel in die Lage versetzt werden, bei Kaufentscheidungen Prioritäten auf den einen oder andere Faktor zu setzen. Alle Kommentierenden verbindet ein Misstrauen in die existierenden Siegel. Zu erfassende Indikatoren waren: „Bio“, Herkunft/Regionalität, CO²-Bilanz, Artenschutz/Monokulturen/Größe des Landwirtschaftlichen Betriebes, Nachhaltigkeit, Tierschutz, Giftgehalt. Aus der Vielzahl der Indikatoren und der teilweisen Unschärfe der Begriffe ergab sich die Kritik am Konzept der „Ein-Siegel-Politik“.

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