Sozialökologische Transformation und antikapitalistische Politik

Gepostet von am Okt 31, 2012 in Aktuelles, Allgemein | 2 Kommentare

Eigentlich soll ich hier heute das Strategiepapier PLAN B, in dem ökologische und demokratische Reformansätze

Raul Zelik gab mit seinem Vortrag viele Impulse für das folgende World Café...

durchdekliniert werden, kritisch-konstruktiv kommentieren. Aber ich möchte, obwohl ich diese Diskussion interessant und wichtig finde, allgemeiner anfangen.

Das Problem ist ja nicht, dass Linke keine Konzepte oder konkrete Ideen hätten, wie es anders laufen könnte. Das Problem ist, dass gesellschaftliche Machtverhältnisse bestimmte Veränderungen verhindern. Es ist möglich, Hunderte Milliarden Euro bereit zu stellen, um privates Finanzkapital zu retten; aber es ist nicht möglich, mit einer viel geringeren Summe für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr oder eine autofreie Stadt zu sorgen. Riesige Flugplätze können von der öffentlichen Hand gebaut werden – eine massive Förderung genossenschaftlicher Wohnungsprojekte mit Steuergeldern hingegen ist unmöglich.

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Einige Gedanken darüber, wie die deutsche Linke die Welt verändern (helfen) kann

Gepostet von am Okt 30, 2012 in Aktuelles, Allgemein | Keine Kommentare

Liebe Freunde,

Nicola Bullard

ich freue mich sehr, hier zu sein. Und fühle mich geehrt, dass ich nun die Gelegenheit habe, mit Euch einige Ideen zu

teilen, wie wir gemeinsam eine soziale und ökologische Zukunft bauen können. Da ich in den vergangenen 15 Jahren für die Organisation „Focus on the Global South“ arbeitete, wurde ich gebeten, aus der Perspektive des Globalen Südens zu sprechen. Dafür ist es, so denke ich, notwendig, dass wir uns damit auseinandersetzen, was wir mit dem „Globalen Süden“ eigentlich meinen.

Es scheint, als sei der Begriff „Globaler Süden“ in den vergangen zehn Jahren zur politisch korrekten Alternative für den problematischen Begriff der „Entwicklungsländer“ geworden. Aber ich glaube, dass wir den Begriff „Globaler Süden“ präziser und politischer verwenden sollten. Bei „Focus on the Global South“ bezeichnet dieser Begriff weder einen geographischen Ort noch basiert der Begriff auf der alten Vorstellung von einer Ersten und einer Dritten Welt. Globaler Süden – das ist für uns eine soziale und politische Gemeinschaft, die durch die Kräfte der neoliberalen Globalisierung geschaffen wurde.

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Die Sozialist_innen und die ökologische Frage

Gepostet von am Okt 29, 2012 in Aktuelles, Allgemein | 1 Kommentar

Die Veranstalter_innen meinten, ich solle zum Abschluss der heutigen Konferenz zu dem Thema „Die Sozialist_innen und die ökologische Frage“ sprechen. Also habe ich in Vorbereitung auf diese Rede mehrere Genoss_innen gefragt, was fällt Dir dazu ein. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich: Einige meinten wie aus der Pistole geschlossen: Nichts. Bei anderen wiederum führte diese Frage direkt in spannende Gespräche:
Bernd Riexinger erzählte mir z.B. wie er ausgerüstet mit Lineal und Bleistift, Bahros „Alternative“ durchgearbeitet habe. Mitglieder der prager frühling Redaktion: holten sofort Adornos Dialektik der Aufklärung hervor und erklärten mir den Grundgedanken: nämlich, dass der Kapitalismus mit der Logik beginnt, wir beherrschen die Natur. Und diese Logik im Umgang mit Natur färbt dann auf Gesellschaft ab. Und das führe zur Verdinglichung. Meine Mitarbeiter_innen meinten, diesem Thema müsse man sich unbedingt über Marx und Erich Fromm nähern.

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Ein Projekt der großen Veränderungen und der kleinen Schritte

Gepostet von am Okt 29, 2012 in Aktuelles, Allgemein | 2 Kommentare


Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde, verehrte Gäste

Warum haben wir einen PLAN B vorgelegt? Warum präsentieren wir, wie wir es nennen, ein rotes Projekt für den sozial-ökologischen Umbau?

Der erste Grund: Plan A, die herrschende Wirtschaftsordnung, läuft fundamental falsch. Plan A ist ein unsoziales Projekt. Plan A gefährdet zunehmend die Demokratie. Und Plan A bedroht das Fundament von allem, unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Die Weltökologie könnte, wenn es so weiter geht wie bisher, aus dem Ruder laufen. Klimaforscher berichten ständig von neuen Rekorden. Allen Sonntagsreden zum Trotz wird immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen. Pro Jahr mittlerweile weit über 30 Milliarden Tonnen weltweit.

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PLAN B ist die Alternative zu einem Green New Deal

Gepostet von am Okt 29, 2012 in Aktuelles, Allgemein | Keine Kommentare

Ulla Lötzer (MdB)

Ulla Lötzer (MdB)

Auch wir meinen, es reicht nicht, den Kapitalismus grün anzustreichen. Deshalb legen wir mit unserem PLAN B eine Alternative zum Green New Deal vor.  Es ist unser Angebot zur Debatte um eine grundlegende sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft.

Plan B ist unsere Antwort  auf die tiefe strukturelle Krise des Kapitalismus.

Den Spekulanten und transnationalen Konzernzentralen  ist es egal, ob sie Währungen in die Krise stürzen, Preise für Nahrungsmittel ins Unerschwingliche treiben, die Lebensgrundlagen für Menschen in rohstoffreichen Gebieten verseucht werden oder die Beschäftigung in den Industrien zerstören.

Es wird nur noch für den kurzfristigen Profit produziert und nicht für den Bedarf. Investitionen, die nicht innerhalb kurzer Zeit Höchstrenditen versprechen werden oft gar nicht mehr getätigt. Substanzverzehr statt Werterhaltung wird so zur Maxime, ob ökonomisch, ökologisch oder sozial.

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