Frage der Woche, 02. Juli 2012

Gepostet von am Jul 2, 2012 in Frage der Woche | 46 Kommentare

In unserer industriellen Vision für das Jahr 2050 haben Luxusautos und Kohlekraftwerke keinen Platz mehr, Windräder und Blockheizkraftwerke schon. Aber: Wie schafft man einen radikalen ökologischen Umbau der Industrie ohne Arbeitsplatzverluste?

Fazit: Ob nach einem radikalen ökologischen Umbau weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen würden, war unter den Kommentierenden strittig, die Diskussion bezog sich neben der Quantität von Arbeitsplätzen sehr stark auf die Qualität. Betont wurde weiterhin eine Stärkung des Dienstleistungssektors, z.B. durch eine zunehmende Vergesellschaftung von Care-Arbeit sowie Arbeitszeitverkürzungen und Unabhängigkeit von Lohnarbeit durch ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Zusammenfassung: Um die sozialen Folgen von Arbeitsplatzverlusten abzufedern wurde vorgeschlagen, Abfindungen auf höchster Unternehmensebene zu kürzen oder zu streichen um Mittel für die untere und mittlere Ebene frei zu machen, sowie Umschulungen anzubieten. Als Wachstumsbranchen wurden neben dem Sektor für erneuerbare Energien viele Dienstleistungsbereiche von Care-Arbeit über Recycling bis hin zu Gebäudesanierungen und Klimakontrolleuren ausgemacht. Eine Dezentralisiserung der Industrie habe ebenfalls positive Beschäftigungseffekte.Auch eine Debatte um das „Ende der Arbeitsgesellschaft“ wurde geführt und dabei das bedingungslose Grundeinkommen als Lösungsansatz genannt.  Auf der anderen Seite des Spektrums fand sich die Position, dass die gesellschaftlich notwendige Arbeit nicht ausgehen würde.

Weiterhin wurde betont, dass neben der Anzahl der Arbeitsplätze auch deren individuelle Qualität betrachtet werden müsse, konkret „fair-trade“ und (Lebens-)Arbeitszeitverkürzungen als Mittel um Härten zu vermeiden. In diesem Zusammenhang wurde auch das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Verantwortung für notwendige Arbeit auf der einen Seite und dem Zwang zur Arbeit und den damit verbundenen Freiheitsverlusten andererseits geführt. Auch die Debatte um die Quantität und Qualität der Konsumgüter war kontrovers zwischen einem “weniger” als Konsequenz der sich anbahnenden Klimakatastrophe und einem „nicht weniger sondern anders“.

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